Was ist Burnout?

Burnout wird in der Internationalen Klassifikation der Erkrankungen (ICD) als „Ausgebranntsein“ und „Zustand der totalen Erschöpfung“ bezeichnet.
Wo fängt das Burnout-Syndrom an und wo endet es? Burnout stellt das generelle Konzept von Krankheit zum Teil in Frage. Jegliche Form von stressinduzierten Überlastungsempfinden stellt ja noch keine Krankheit dar. Bei Schlafstörungen, empfindlichen Magen oder Konzentrationsschwächen geht man normaler Weise weiterhin zur Arbeit.

Bei dauerhafter und chronischer Überforderung entstehen zwangsläufig diagnostizierbare „Folge“-Erkrankungen, in der Endphase des Burnouts z.B. eine Depression. Was ist Burnout dann? Aus unserer Sicht eine Symptomatik, die als chronischer Erschöpfungszustand empfunden wird und die bei mangelnder Intervention zu Folgeerkrankungen im seelischen und körperlichen Bereich führt. Häufig gibt es eine starke emotionale Verbindung mit der Arbeit, die eine große Rolle spielt. Je eher man die Symptomatik erkennt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit der Prävention von ernsthaften Erkrankungen.

Burnout stellt demnach einen gefährlichen Erschöpfungszustand dar, der lebensbedrohlich werden kann.

Zur weiteren Erörterung des Verlaufes des Krankheitsbildes empfehlen wir das 12-Phasen-Modell von Freudenberger.

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12-Phasen-Modell von Freudenberger

Stadium 1:

Ehrgeiz als Einstiegsfaktor in die Erkrankung: Man stellt an sich selber zu hohe Maßstäbe, will alles perfekt übertriebene Erwartungen. Der Wunsch sich zu beweisen, verwandelt sich in Zwang und Verbissenheit.

Stadium 2:

Um den sich selbst gesetzten hohen Anforderungen zu genügen, wird der Einsatz im Job gesteigert

Stadium 3:

Angesichts dieser Einsatzbereitschaft kommt die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse immer mehr zu kurz.

Stadium 4:

Konflikte werden mehr und mehr verdrängt. Eigene Bedürfnisse werden auf später verschoben oder verleugnet.

Stadium 5:

Nicht berufliche Bedürfnisse verlieren weiter an Bedeutung, für sie kann keine Zeit mehr aufgebracht werden.

Stadium 6:

Dieser Verzicht wird nicht mehr wahrgenommen, die Überarbeitung und Überlastung zunehmend verleugnet. Intoleranz und abnehmende Flexibilität prägen zunehmend das Denken und Verhalten.

Stadium 7:

Orientierungslosigkeit stellt sich ein, kann aber verdeckt sein durch eine zynische, nach außen scheinbar unveränderte Haltung

Stadium 8:

Erst in der weiteren Verlauf der Burnout-Phasen werden Verhaltensänderungen deutlicher, wie etwa die Abwehrhaltung gegenüber Kritik, der zunehmende emotionale Rückzug vom Arbeitsgeschehen oder das Fehlen von Flexibilität.

Stadium 9:

Folge davon kann ein Wahrnehmungsverlust der eigenen Person sein (Depersonalisation), frühere Bedürfnisse werden nicht mehr erkannt.

Stadium 10:

Man fühlt sich nutzlos und am Ende treten Angstgefühle oder Suchtverhalten auf.

Stadium 11:

Zunehmende Sinnlosigkeit und Desinteresse prägen die letzen Stadien, Initiative und Motivation sind oft am Nullpunkt angelangt. Depressionen treten verstärkt auf.

Stadium 12:

Den absoluten Endpunkt bildet die totale körperliche, geistige und emotionale Erschöpfung, die lebensbedrohend sein kann.

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