Diagnostik von Burnout

Burnout wird in der Internationalen Klassifikation der Erkrankungen (ICD) als „Ausgebranntsein“ und „Zustand der totalen Erschöpfung“ bezeichnet (Diagnoseschlüssel: Z 73.0). Der Abschnitt Z enthält „Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen“.

Die eigentlichen psychiatrischen Diagnosen werden hingegen mit einer F-Diagnose kodiert. Eine Folge davon ist, dass keine eigentlichen diagnostischen Leitlinien für „Burnout“ existieren, die das Vorhandensein konkreter Symptome fordern.Das Burnout-Syndrom weist aber eindeutige, von anderen depressiven Störungsbildern meist klar unterscheidbare Symptome auf.

Die öffentliche und zur Zeit sehr aktuelle Diskussion, ob es eine eigenständige Krankheit ist oder ob es sich um eine Belastungsdepression o.ä. handelt, halten wir nicht für zielführend, denn es gibt keine Richtlinien, wie ein Burnout diagnostiziert werden soll.

Das kann nicht bedeuten, dass es das Krankheitsbild Burnout nicht gibt. Im Jahr 1890 gab es auch noch kein Alzheimer (weil es noch kein Arzt diagnostiziert hatte), obwohl viele Menschen daran erkrankt waren. Weiterhin ist die eigene Annahme eines Burnout-Syndroms nach Aussagen vieler Experten für die Betroffenen einfacher als eine Depression und weniger stigmatisierend.

Es kann auch angenommen werden, dass die Zunahme der psychischen Erkrankungen auch damit zusammenhängt, dass Burnout als Diagnose gestellt wird und nicht eine Depression, dadurch wenden sich Betroffene eher bzw. überhaupt an professionelle Hilfe. Das ist aus unserer ethischer Sicht (es wird geholfen) viel wichtiger als die medizinisch korrekte Bezeichnung der Diagnose.